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Verabschiedung Pastor Gunnar Penning

Artikel zum 30 jährigen Jubiläum von Gunnar Penning 2020

Wenn man auf 30 Jahre Wirken und Bewegen in einer Kirchengemeinde blickt, entsteht zumeist eine Rückblende oder gar eine Art Leistungsschau. Man könnte es sich einfach machen und sich dieses Stilmittels bedienen, wenn man im Juni 2020 auf drei Jahrzehnte Tätigkeit von Pastor Gunnar Penning zurückschautBei diesem Schritt fällt einem jedoch schnell etwas auf: vieles von dem, was in diesen Jahren durch und mit Pastor Penning auf den Weg gebracht oder bewältigt wurde, hatte nicht nur Auswirkung auf die jeweilige Zeit, sondern insbesondere immer auch auf die Zukunft. Anders und deutlicher gesagt, kaum eine Entscheidung der jeweiligen Gegenwart hatte nicht auch die Zukunft im Blick. Unter seiner Leitung wuchs eine fusionierte Gemeinde nicht nur zusammen, sondern festigte sie sich für ebenso schwere Zukunftsaufgaben. Er war der erste Notfallseelsorger für die Feuerwehr und war damit Wegbereiter für ein ganzes Hilfssystem  heutiger Prägung für Rettungskräfte und Bürger. Er baute den Kindergartenverband mit auf und setzte bei der religiöns-pädagogischen Begleitung von Kindern Maßstäbe. Sein „Fanclub“ in den KITAs ist nicht gerade klein. Er fuhr buchstäblich voran beim Geesthachter Motorradgottesdienst und machte ihn zur festen Institution. Neue Ideen und Vorhaben wie Sommergottesdienste oder bei den Stadt- oder Elbfesten zeugen von Neugierde, Innovation und Weitsicht. Unermüdlich wurden Bindungen geschaffen und es wurde sich für gute Arbeitsbedingungen eingesetzt. Und immer wurde eine Vielzahl von großen und kleinen Stellschrauben bewegt, die z.B. dazu führten, dass keine finanzielle Schräglage entstand und der Verbund mit Hamburg hielt.  

Eine ungewöhnliche Betrachtung des Wirkens eines Pastors. Hört sich eher nach der Bilanz eines Vorstandsvorsitzenden an. Aber eben das trifft es nicht!                 

Es entspricht den Tatsachen, dass er derjenige war und ist, der schwierige Entscheidungen getroffen hat. Dabei waren auch Konflikte auszutragen, die ausgetragen werden mussten, weil die Ausgangsfragen von überragender Bedeutung für unsere Gemeinde waren.

Gunnar Penning hat sich diesen und jeden neuen Aufgaben immer gestellt, auch wenn er sie nicht immer gewollt hat. Er tat dies aus Überzeugung und oftmals nach Überwindung der eigenen inneren Widerstände. Daher ist das „Penningsche Zeitalter“ auch nicht daran zu messen, was sich an dem einen oder anderen Gemeindepunkt änderte, sondern dass die Entscheidungen richtig und zum Wohle der Menschen waren. Denn all dies erfolgte mit festen Glauben an Gott, mit Weitblick, im Sinne der Kirche und ihrer Menschen. Er war dabei durchsetzungsstark, zupackend und stets gemeindezugewandt. Schnelle Entscheidungen sind und waren mit ihm möglich, leicht hat er sich diese jedoch nie gemacht.

Bei all dem war und ist Gunnar Penning vor allem Pastor - zwar ein „Macher“ - aber eben kein Manager. Wenn er predigt, wird es still in der Kirche. Er erreicht die Menschen in ihrer Freude, ihrer Trauer und in ihrer Not. Er kann wachrütteln, begeistern, schockieren und inspirieren. Er erklärt den Glauben in einer verbildlichten und verständlichen Sprache, vielleicht auch weil bei „klein-Gunnar“ zu Hause nicht alles unbedingt kirchennah war. Aber es ist gerade dieser Umstand, weshalb Gunnar Penning als Mann Gottes so nahbar ist. Seine Worte haben Gewicht. Wenn er von Gott berichtet ist er verbindlich. Zu seinem wohltuenden Geleit gehört neben der Fürsorge auch immer Ehrlichkeit. Er zeigt auf, dass der Weg zu Gott nicht immer einfach oder bequem ist. Aber er lässt keinen Zweifel, dass sich der Weg bei allem Mühsal lohnt. Sein Zuhören lässt sich auf den Menschen so ein, wie dieser Mensch ist. Man hat den Eindruck, er kennt mehr als andere die innere Wahrheit, weiß sie auszusprechen oder zu behüten. In seiner Gemeinde hat es Pastor Penning zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen beständig geschafft, den Glauben real werden zu lassen. Dieser Glaube kommt aus ihm und ist gepaart mit dem wahren Leben. Er hat daher mehr in den Köpfen der Menschen bewegt, als Ziegelsteine unsere Kirchendächer stützen. 

Als Gunnar und Birgit Penning vor 30 Jahren in diese Gemeinde kamen, waren sie in diesem Kreis gut aufgehoben und die Gemeinde ist seitdem bei ihnen gut aufgehoben. Als sie in Geesthacht eintrafen, waren sie keine Rebellen, aber bereits moderne christliche Seelsorger  unserer Zeit. Gunnar Penning kannte Geesthacht nur von seinen Wochenendausflügen mit seinem Vater. Aber wenn es danach gegangen wäre, würde er heute beim Pumpspeicherwerk Dienstjubiläum feiern, denn sein Vater hätte es vielleicht lieber gesehen, wenn sein Sohn dort angefangen hätte. Heute sind beide Pennings ein Stück Geesthacht über die Grenzen der Kirche hinaus. Die Wege in unserer Gemeinde waren oft herausfordernd, aber statt bei HEW eine Turbine zu bedienen, dient Gunnar Penning bis heute als Antrieb bei den Menschen in unserer Stadt. Auch wenn es Angebote gegeben hat, war es nie eine ernsthafte Option, etwas anderswo zu machen.

Damit war und ist Pastor Penning jemand, der dieser Gemeinde guttut. Auf die vielen Jahre schauen wir mit großer Dankbarkeit und Respekt zurück. Pastor Penning stellte in seinen Predigten und Andachten unzählige Mal dar, dass Gottes Schöpfung in jedem Mensch innewohnt und jeder Mensch etwas ganz Besonderes ist. Dies trifft auch auf Gunnar Penning selbst zu und nicht nur Gott hat sein Wohlgefallen an ihm.      

Claus Reuter

Liebe Gemeinde,

nach über 30 Jahren endet der Dienst unseres Pastors Gunnar Penning. Ich möchte es an dieser Stelle vor allem „DANKE“ für seine segensreiche Arbeit sagen.

Wir sagen DANKE für einen Pastor, der für uns Hirte, Wegbereiter, Wegbegleiter, Fels in der Brandung, Manager, Ideenentwickler, Finanzexperte, IT-Experte,  aber vor allem Seelsorger, Pastor mit Leib und Seele gewesen ist.

Wir sagen DANKE für Gottesdienste und Predigten, die berühren, die immer wieder neu das Evangelium zeitgemäß und verständlich erschlossen haben.

Wir sagen DANKE für Entscheidungen mit Weitblick, Weichenstellungen und Mut auch für unbequemes, um Kirche und Gemeinde immer wieder neu und zukunftsfähig zu denken.

Wir sagen DANKE für sein Engagement in ganz unterschiedlichen Bereichen wie z.B.  der Notfallseelsorge, den Kindertagesstätten, dem Kitaverband.

Wir sagen DANKE für die Verantwortung, die er in all den Jahren getragen hat für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, für die Menschen, die ihm anvertraut sind.

Wir sagen DANKE für seine Tatkraft, für seinen Blick auf das Ganze und auf jeden einzelnen. Vieles hat er gesät, vieles ist aufgegangen und hat schon hundertfach Frucht gebracht. Vieles ist bereitet und wird weiterwachsen.

Alles das legen wir in Gottes Hände und wünschen unserem Pastor Gunnar Penning Gottes reichen Segen für den neuen Lebensabschnitt, der nun vor ihm liegt.

Pastorin Saskia Offermann